Was ist Psychoanalyse? (Quelle: DPG)

Vor über 100 Jahren wurde die Psychoanalyse durch Sigmund Freud begründet und hat sich seitdem beständig zu einer modernen Behandlungsmethode fortentwickelt.

Den psychoanalytisch begründeten Verfahren liegt die Annahme zugrunde, dass seelisches oder psychosomatisches Leiden durch unbewusste Konflikte verursacht wird. Der Erfolg psychoanalytisch begründeter Psychotherapie beruht darauf, dass in einem intensiven Prozess solche unbewusste Konflikte und Beziehungsstrukturen nachträglich verstanden und verarbeitet werden. Dies hat nicht nur die Befreiung von Symptomen zur Folge, sondern führt zu einer umfassenden Besserung und Gesundung, die sich in einer nachhaltigen Stabilisierung des Selbstwertgefühls, der Selbstwahrnehmung sowie der subjektiven Lebendigkeit zeigt.

Die Kosten für Analytische Psychotherapie und die davon abgeleitete Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Privatkassen haben eigene Vertragsregelungen, die davon abweichen können.


Bei welchen Störungen sind psychoanalytisch begründete Verfahren sinnvoll?

  • Ängste

  • Depressionen

  • Selbstwertprobleme, Identitätsprobleme

  • Zwänge (z. B. Zwangsgedanken, Wasch- und Ordnungszwänge)

  • Ess-Störungen

  • Schlafstörungen

  • Sexualstörungen

  • Körperliche Beschwerden mit seelischen Ursachen (z. B. herzbezogene Ängste, Hautkrankheiten, Bluthochdruck, u.a.)

  • Störungen durch Schmerzen

  • Beziehungsstörungen

  • Arbeitsstörungen

  • Erschöpfungssyndrome


Wie gestaltet sich die Behandlung?


Am Anfang wird ein Sprechstundentermin für eine diagnostische Abklärung vereinbart. Dann kann entschieden werden, ob weitere Erstgespräche geführt werden sollten, ob ein psychoanalytisch begründetes Verfahren oder eine andere Behandlungsmethode (u.a. Akuttherapie, Verhaltens­therapie, andere Angebote) angezeigt ist.

Analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie findet in einem geschützten, festen Rahmen statt. In ihm kann sich Vertrauen entwickeln und stabilisieren. Hier kann der Patient lernen, sich an konflikthafte Beziehungserfahrungen zu erinnern und diese im „Hier und Jetzt“ der therapeutischen Beziehung neu zu verarbeiten.

Die psychoanalytische Psychotherapie ermöglicht darüber hinaus, in einem langen, manchmal mehrjährigen Prozess, die konflikthaften, traumatisierenden, ängstigenden oder beschämenden Beziehungserfahrungen in der Beziehung zum Analytiker lebendig werden zu lassen und erlaubt so eine unmittelbare, nachträgliche Verarbeitung.

Die analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie wird zu Lasten der Krankenkassen je nach Indikationsstellung von speziell dazu ausgebildeten Ärzten und Psychologen in folgenden Anwendungen durchgeführt:

  • Analytische Psychotherapie: 160 - 300 Stunden; 2 - 4 x / Woche

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie: 60 - 100 Stunden; 1 x / Woche

  • Tiefenpsychologisch fundierte Kurzzeittherapie: Bis zu 24 Stunden; 1 x / Woche